Die Kilian-Schützengilde Altschermbeck hat ein neues Königspaar: Nico Höller holte am Montag um 15.20 Uhr den letzten Rest des Vogels von der Stange. Gemeinsam mit Königin Corina Graf wird er die traditionsreiche Gilde durch das kommende Schützenjahr führen. Die Königin an seiner Seite ist Corina Graf.

Insgesamt waren 512 Schüsse nötig, bevor die Entscheidung im Eichenwäldchen bei Große-Ruiken fiel. Zunächst wurden 335 Schüsse mit leichtem Kaliber abgegeben. Nach dem Wechsel auf das schwere Kaliber folgten weitere 177 Schüsse. In der entscheidenden Phase setzte sich Höller gegen Marian Lippert und Max Bienbeck durch.
Als die letzten Teile des Vogels fielen, kannte der Jubel unter den schattigen Eichen keine Grenzen mehr. Freunde, Schützen und Zuschauer eilten zu Nico Höller, um dem neuen König zu gratulieren. Wenig später stand auch fest, wer an seiner Seite den Altschermbecker Thron besteigen wird: Höller erwählte Corina Graf zu seiner Königin.

Details in Kürze
- Neuer König: Nico Höller
- Königin: Corina Graf
- Entscheidung: 15.20 Uhr
- Schüsse mit leichtem Kaliber: 335
- Schüsse mit schwerem Kaliber: 177
- Schüsse insgesamt: 512
- Weitere Anwärter: Marian Lippert und Max Bienbeck
- Scheidendes Königspaar: Ralf Grömping und Michaela Deuster
Insignien und Vogelteile
- Krone: Noel Köling
- Reichsapfel: Stefan Schulte
- Zepter: Marco Ribbekamp
- Schnabel: Marvin Heiming
- Linker Flügel: Simon Bremer
- Rechter Flügel: Simon Triptrap

Drei Anwärter kämpfen um die Königswürde
Nachdem die Insignien und beide Flügel gefallen waren, richteten sich alle Blicke auf den verbliebenen Rumpf. Mit Nico Höller, Marian Lippert und Max Bienbeck traten drei Anwärter an, die sich bis zum Schluss einen spannenden Wettkampf lieferten.
Schuss um Schuss wurde der Holzvogel stärker beschädigt. Immer wieder lösten sich kleinere Teile, doch der entscheidende Rest hielt sich hartnäckig in seiner Halterung. Jeder Treffer wurde von den Zuschauern aufmerksam verfolgt und kommentiert.

Am Ende hatte Nico Höller die ruhigste Hand und das nötige Quäntchen Glück. Mit seinem Treffer um 15.20 Uhr beendete er das Vogelschießen und löste großen Jubel im Eichenwäldchen aus.

Ralf Grömping eröffnet das Vogelschießen
Der erste Schuss auf den Vogel fiel um 11.07 Uhr. Abgegeben wurde er traditionell vom scheidenden König Ralf Grömping, der damit den Wettkampf um seine Nachfolge eröffnete.
Gemeinsam mit Königin Michaela Deuster hatte Grömping die Kilian-Schützengilde Altschermbeck durch das zurückliegende Königsjahr geführt. Mit dem Vogelschießen endete die Regentschaft des bisherigen Königspaares.
Nach dem Eröffnungsschuss ging es schnell um die ersten Insignien. Noel Köling sicherte sich die Krone. Der Reichsapfel fiel nach einem Treffer von Stefan Schulte, während Marco Ribbekamp das Zepter abschoss.
Marvin Heiming traf den Schnabel. Den linken Flügel holte Simon Bremer von der Stange, der rechte Flügel ging an Simon Triptrap. Danach begann der lange und zunehmend spannende Kampf um den Rumpf des Vogels.

Schattenplätze im Eichenwäldchen begehrt
Das Wetter stellte die Schützen und Besucher erneut vor eine Herausforderung. Bei hohen sommerlichen Temperaturen waren die Plätze unter den Bäumen besonders begehrt. Im Schatten des Eichenwäldchens ließ es sich jedoch gut aushalten.
Viele Gäste verfolgten das Schießen von dort aus und stärkten sich zwischendurch mit kühlen Getränken und Speisen. Rund um die Vogelstange entwickelte sich die typische Mischung aus Spannung, Geselligkeit und guter Laune.

Präsident Gregor Zens zeigte sich während des Vogelschießens erleichtert über den bisherigen Verlauf des Festwochenendes.
„Alles ist reibungslos verlaufen, Gott sei Dank. Wir machen uns natürlich immer ein bisschen Sorgen. Es war schon sehr heiß, deshalb haben wir bei der Parade etwas Gas gegeben. Ich glaube und hoffe, dass alles gut gelaufen ist. So, wie ich es bisher gehört habe, war alles perfekt“, sagte Zens.

Wer neuer König werden könnte, vermochte der Präsident zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorherzusagen. „Wenn ich das wüsste. Ich weiß es nicht, keine Ahnung, wirklich. Die Spannung bleibt bis zum letzten Moment.“
Damit sollte Zens recht behalten. Erst nach insgesamt 512 Schüssen sorgte Nico Höller für die Entscheidung.


Schermbecker Schwestergilde besucht das Vogelschießen
Kurz nach 13 Uhr traf auch die Schwestergilde aus Schermbeck bei Große-Ruiken ein. Nachdem die Schermbecker ihre eigene Regentschaft bereits am Samstag ausgeschossen hatten, statteten sie nun den Altschermbecker Schützen ihren traditionellen Besuch ab.
Ebenfalls gut vertreten waren die Fähnchenschützen. Für sie steht bereits in zwei Wochen das eigene Fest auf dem Programm. Bis dahin konnten sie im Eichenwäldchen schon einmal Schützenfeststimmung genießen und den Wettkampf an der Vogelstange verfolgen.

Für einen heiteren Moment sorgten Mitglieder des Vorstandes der Erler Schützen. Auch sie wagten sich zu Beginn an das Gewehr und durften jeweils einen Schuss auf den Altschermbecker Vogel abgeben. Die freundschaftliche Einlage wurde von den Zuschauern entsprechend humorvoll begleitet.
Zauberer unterhält die Kinder
Während die Erwachsenen das Geschehen an der Vogelstange verfolgten, wurde auch den jüngsten Besuchern einiges geboten. Ein Zauberer sorgte mit seinen Kunststücken für Unterhaltung und bezog die Kinder immer wieder in sein Programm ein.

Damit wurde das Vogelschießen auch für Familien zu einem abwechslungsreichen Erlebnis. Während die Schützen um Insignien und Königswürde kämpften, standen für die Kinder Spiel, Spaß und Magie im Mittelpunkt.

Nico Höller und Corina Graf besteigen den Thron
Mit dem entscheidenden Treffer begann für Nico Höller und Corina Graf ein besonderer Tag. Das neue Königspaar tritt die Nachfolge von Ralf Grömping und Michaela Deuster an und wird die Kilian-Schützengilde Altschermbeck im kommenden Jahr repräsentieren.
Nach dem Vogelschießen verlagerte sich das Geschehen zurück zum Festzelt an der Freudenbergstraße. Dort steht die feierliche Krönung des neuen Königspaares auf dem Programm. Anschließend ziehen die Schützen erneut durch Altschermbeck, bevor das Fest am Abend mit dem großen Krönungsball fortgesetzt wird.


Spontane Entscheidung mit einem besonderen Hintergedanken
Lange vorbereitet war der Griff nach der Königswürde nach Angaben von Nico Höller nicht. „Eigentlich war das eine spontane Aktion“, berichtete der neue König kurz nach seinem entscheidenden Treffer. Rund drei bis vier Wochen vor dem Schützenfest habe er sich mit Corina Graf getroffen und sie gefragt, ob sie im Fall eines Erfolges seine Königin werden wolle. „Und das machen wir. Wir machen uns ein geiles Jahr“, freute sich Höller.

Bei der Entscheidung spielte auch eine besondere Familiengeschichte eine Rolle: Höllers Mutter feiert im kommenden Jahr ihr 25-jähriges Thronjubiläum und wird damit Silberkönigin. „Ein kleiner Hintergedanke war schon dabei“, räumte der neue König ein. Er freue sich darauf, im kommenden Jahr gemeinsam mit seiner Mutter in der Kutsche zu sitzen. Auch Corina Graf blickt gespannt auf die bevorstehende Regentschaft: „Ich freue mich auf ein herrliches Jahr und bin sehr gespannt, was uns erwartet.“

Bürgermeister Rexforth staunt über Nicos gut gehütetes Geheimnis
Bürgermeister Andreas Rexforth freute sich ebenfalls über das neue Königspaar. Besonders erstaunt zeigte er sich darüber, dass Nico sein Vorhaben so gut für sich behalten hatte. Noch am Vortag habe er mit ihm gesprochen, ohne auch nur zu ahnen, dass Nico am nächsten Tag alles daransetzen würde, König zu werden.

„Mega, dass ihr den Mut hattet und jetzt gemeinsam in das Jubiläumsjahr einzieht. Nico, ich wundere mich wirklich, dass du gestern bei unserem Gespräch kein Wort verraten hast. Das Geheimnis hast du bestens gehütet. Ich wünsche euch alles Gute und ein tolles Jahr der Regentschaft. Ihr habt einen Mega-Thron zusammengestellt. Auf ein großartiges Schützenjahr 2026/2027! Herzlichen Glückwunsch, Frau Königin.“























