Ein erfolgreicher Unternehmer wird obdachlos und kämpft sich zurück: Die Geschichte von Herrn A. zeigt, wie schnell ein Leben kippen kann. Gleichzeitig macht sie deutlich, wie wichtig Unterstützung für einen Neuanfang ist. „Zurück ins Leben“ steht für einen Weg, der Mut und Hilfe gleichermaßen braucht. Begleitet wird dieser Weg von der Evangelischen Stiftung Lühlerheim, die Menschen in schwierigen Lebenslagen unterstützt.
Bereits zu Beginn wird deutlich, wie eng Erfolg und Absturz beieinanderliegen können. Die Geschichte von Herrn A. steht exemplarisch für viele Menschen, deren Lebenswege aus der Bahn geraten. Die Evangelische Stiftung Lühlerheim unterstützt Menschen in solchen Situationen dabei, Schritt für Schritt zurück ins Leben zu finden.
Vom erfolgreichen Unternehmer in die Krise
Mit 21 Jahren gründet Herr A. direkt nach seiner Ausbildung einen eigenen Hausmeister-Service. Durch harte Arbeit, oft 16 Stunden täglich, baut er sich ein stabiles Leben auf. Er besitzt ein eigenes Haus, gründet eine Familie und erreicht wirtschaftlichen Erfolg. Neben seinem florierenden Betrieb investiert er in weitere Unternehmen und Immobilien.
Mitte 30 möchte er kürzertreten und seine Immobilien verkaufen. Den Verkauf gibt er in professionelle Hände, ein Schritt, der sich als verhängnisvoll erweist. Statt Einnahmen gerät er in einen Betrugsfall. Gefälschte Dokumente und dubiose Machenschaften führen dazu, dass alle seine Konten eingefroren werden. Gleichzeitig laufen Kosten weiter, Käufer fordern Rückabwicklungen und Schadensersatz. Ein Verkauf der Immobilien ist bis heute nicht möglich.
„Alles prasselt auf dich ein“, erinnert sich Herr A. „Du musst deine Kinder ernähren, aber der Schuldenberg wird immer größer.“ Der Druck wächst, die Ehe zerbricht und das Unternehmen gerät ins Wanken.
13 Jahre Obdachlosigkeit und der Wendepunkt
Herr A. versucht zunächst, sich selbst zu retten. Er verkauft Besitz und arbeitet zeitweise im Paketdienst. Doch die Schulden steigen weiter, täglich erreichen ihn zahlreiche Mahnungen. Irgendwann hört er auf, die Briefe zu öffnen und verschwindet.
Es folgen 13 Jahre in der Obdachlosigkeit. Trotz allem gelingt es ihm, ohne Suchtmittel zu überleben. Er hält sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser, achtet auf sein Äußeres und versucht, seine Würde zu bewahren. Aus Scham bleibt seine Situation vor der Familie verborgen. „Der Papa ist auf Montage“, heißt es zuhause.
Auf der Straße begegnet er Menschen mit ähnlichen Schicksalen, darunter auch ehemalige Akademiker. Er macht anderen Mut, verliert jedoch selbst zunehmend die Hoffnung. Gleichzeitig entwickelt er Angst vor Behörden und Verfolgung. Ohne Ausweis, ohne Krankenversicherung und ohne festen Anker fühlt er sich nicht mehr als Teil der Gesellschaft. „Du denkst dir jeden Tag eine Lösung muss her…. Aber du bekommst die Wochentage und Jahre nicht mehr mit“, so Herr A.
Erst eine schwere Lungenentzündung zwingt ihn, Hilfe anzunehmen. Über eine medizinische Anlaufstelle gelangt er ins Krankenhaus, mehrere Operationen folgen. Dieser Einschnitt wird zum Wendepunkt.
Zurück ins Leben mit Unterstützung
Zurück auf der Straße braucht er Zeit, um den nächsten Schritt zu gehen. Schließlich wendet er sich an eine Wohltätigkeitsorganisation und erhält Unterstützung. Auch im Jobcenter erfährt er Hilfe, wird wieder krankenversichert und erhält einen neuen Ausweis.
Ein entscheidender Moment ist der Einzug in eine eigene Wohnung. „Nach 13 Jahren wieder einen eigenen Schlüssel zu haben, das ist unbeschreiblich“, sagt Herr A. „Endlich wieder Sicherheit. Endlich wieder ruhig schlafen.“
Unterstützung erhält er durch das Ambulant begleitete Wohnen für Menschen in sozialen Schwierigkeiten der Evangelischen Stiftung Lühlerheim. Gemeinsam mit seiner Betreuerin arbeitet er seine Probleme auf, von gesundheitlichen Themen bis zur Schuldenregulierung. Mit Struktur und Konsequenz entstehen neue Perspektiven.
Heute steht Herr A. erneut an einem Wendepunkt. Ein Praktikum im Bereich Gleisbausicherung hat ihm eine feste Stelle in Aussicht gestellt, die Zustimmung des Jobcenters steht noch aus. Sein Blick richtet sich nach vorne: „Mein erstes Lebensdrittel war gut, das zweite schwierig. Jetzt freue ich mich auf das, was kommt.“
Seine Geschichte zeigt, wie schwer der Weg zurück ist. Sie macht aber auch deutlich, dass „Zurück ins Leben“ möglich ist, wenn Unterstützung angenommen wird und der eigene Wille vorhanden ist. „Hilfe kann dir zeigen, wo der Lichtschalter ist“, sagt Herr A. „Drücken musst du ihn selbst.“























