Wie schnell lässt sich die eigene Solaranlage auf dem Dach installieren? Experte Dennis Kaiser gibt Antworten in Zeiten steigender Energiekosten.
Steigende Ölpreise, Unsicherheiten auf den Energiemärkten und die Sorge vor weiter steigenden Kosten bewegen aktuell viele Menschen. Gerade vor dem Hintergrund der Entwicklungen im Nahen Osten denken viele erneut über Alternativen nach. Photovoltaik rückt dabei wieder stärker in den Fokus.
Doch wie schnell lässt sich eine Solaranlage eigentlich heute noch umsetzen, wenn sich ein Haushalt kurzfristig dafür entscheidet? Wie lange dauert es vom Auftrag bis zur Inbetriebnahme und was können Kunden selbst tun, um den Prozess zu beschleunigen? Diese Fragen beantwortet Dennis Kaiser, Geschäftsführer der kWhoch2 GmbH.
Wovon hängt ab, wie schnell eine Solaranlage installiert werden kann?
Dennis Kaiser: Wie schnell eine Photovoltaikanlage installiert werden kann, hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind unter anderem die Art und Größe der Anlage, die aktuelle Auslastung des beauftragten Unternehmens sowie die Bearbeitungszeiten des zuständigen Netzbetreibers.
Auch technische Rahmenbedingungen wie Dachform, vorhandene Elektrik und der Zustand des Zählerplatzes spielen eine Rolle. Je standardisierter das Projekt ist und je besser die Voraussetzungen vor Ort sind, desto schneller lässt sich die Anlage umsetzen.
Wie lange dauert es aktuell vom Auftrag bis zur Inbetriebnahme?
Dennis Kaiser: Für eine typische Photovoltaikanlage auf einem Einfamilienhaus ist derzeit von einer Gesamtdauer von etwa zwei bis vier Monaten vom Auftrag bis zur vollständigen Inbetriebnahme auszugehen.
Die eigentliche Montage der Anlage dauert in der Regel nur zwei bis drei Tage. Der größte Zeitanteil entfällt auf die Planung, die Anmeldung beim Netzbetreiber und den anschließenden Zählertausch.
Wo entstehen aktuell die häufigsten Verzögerungen?
Dennis Kaiser: Am häufigsten kommt es aktuell zu Verzögerungen durch die Bearbeitungszeiten der Netzbetreiber oder Lieferverzögerungen aufgrund der weltpolitischen Lage, insbesondere bei der Netzanschlussprüfung und beim Zählertausch.
Auch nicht normgerechte oder veraltete Zählerschränke können Projekte verzögern, wenn diese vorab angepasst werden müssen. Seltener, aber ebenfalls möglich, sind zusätzliche Genehmigungen, etwa bei Denkmalschutz, oder nachträgliche Änderungen am Anlagenkonzept durch den Kunden.
Was können Kunden tun, um den Prozess zu beschleunigen?
Dennis Kaiser: Kunden können den Ablauf deutlich beschleunigen, indem sie frühzeitig alle relevanten Informationen bereitstellen, zum Beispiel Fotos vom Dach, Zählerplatz, Hausanschluss und Angaben zum Stromverbrauch.
Wichtig ist außerdem, grundlegende Entscheidungen wie Speicher, Wallbox oder besondere Zusatzfunktionen bereits vor der technischen Planung zu treffen. Auch eine gute Erreichbarkeit für Rückfragen und eine zügige Terminabstimmung helfen, Verzögerungen zu vermeiden.
Wann kann ein E Auto mit eigenem Solarstrom geladen werden?
Dennis Kaiser: Sobald die Photovoltaikanlage montiert und technisch in Betrieb genommen ist, kann der erzeugte Strom im Haushalt genutzt werden. Das Laden eines E Autos ist damit grundsätzlich bereits ab diesem Zeitpunkt möglich.
In der Praxis liegt dieser Zeitpunkt meist wenige Wochen bis Monate nach Auftragserteilung. Eine optimal gesteuerte Ladung mit PV Überschuss setzt gegebenenfalls eine entsprechend konfigurierte Wallbox voraus, kann aber ebenfalls zeitnah umgesetzt werden.
Photovoltaik bleibt für viele ein Weg zu mehr Unabhängigkeit
Gerade in Zeiten unsicherer Energiepreise zeigt sich, dass viele Menschen nicht nur über Kosten nachdenken, sondern auch über Versorgungssicherheit und mehr Unabhängigkeit.
Wer über eine Photovoltaikanlage nachdenkt, sollte sich daher frühzeitig informieren. Denn wie die Einschätzungen zeigen, hängt eine schnelle Umsetzung nicht nur vom Anbieter ab, sondern oft auch von einer guten Vorbereitung auf Kundenseite.























