Frage 16 lautet: Wie möchten Sie sicherstellen, dass Menschen mit Behinderung in Schermbeck barrierefrei am öffentlichen Leben teilnehmen können – sowohl baulich als auch sozial?
Vier Kandidaten treten zur Kommunalwahl 2025 in Schermbeck an: Mike Rexforth (CDU), Manuel Schmidt (Die PARTEI), Dieter Michallek (SPD) und Stefan Dürrbaum (BfB).
In dieser Serie beantworten sie 30 identische Fragen – ungekürzt und im Originalton.
Täglich erscheint ein neuer Teil mit ihren Antworten.

Gesellschaft und Zusammenhalt
Frage nur 16: Wie möchten Sie sicherstellen, dass Menschen mit Behinderung in Schermbeck barrierefrei am öffentlichen Leben teilnehmen können – sowohl baulich als auch sozial
Mike Rexforth
Sicherlich müssen wir unsere Infrastruktur in diesem Bereich überprüfen und verbessern. Der barrierefreie Ausbau unserer Bushaltestellen ist ein gutes Beispiel dafür. Dort haben wir mit sehr vielen Fördermitteln bereits Hunderttausende von Euro investiert. Die Barrierefreiheit auf der Mittelstraße wird sicherlich im Umbau eine Herausforderung sein und zu Verbesserungen führen.
Auch Gehwege müssten eigentlich, was Breiten und Beschaffenheit angeht, in den nächsten Jahren nach und nach angepasst werden. Das sind allerdings sehr kostspielige Maßnahmen, die auch planerisch machbar sein müssen.
Manuel Schmidt
Barrierefreiheit fängt nicht erst bei Rampen und Aufzügen an, sondern bei einer Haltung. Öffentliche Gebäude müssen nicht nur formal, sondern auch praktisch barrierefrei sein. Hier muss man oft einfach nur mal richtig zuhören, denn niemand weiß besser, was wirklich gebraucht wird, als die Betroffenen.
Sozial heißt für mich: Teilhabe statt Mitleid. Menschen mit Behinderung gehören in den Mittelpunkt, nicht an den Rand. Inklusion wird nur dann normal, wenn sie kein Sonderthema mehr ist.
Dieter Michallek
Menschen mit Behinderung gehören selbstverständlich zu unserer Gemeinschaft. Viele nehmen bereits aktiv am öffentlichen Leben teil – dank wichtiger Träger wie der evangelischen Kirchengemeinde, Caritas und AWO, deren Einrichtungen bereits barrierefrei zugänglich sind.
Dennoch müssen wir mehr tun: Der barrierefreie Ausbau der Mittelstraße hat für mich höchste Priorität. Die wertvolle Arbeit des Seniorenbeirats bleibt bestehen und wird stärker gehört. Verwaltungsdienstleistungen müssen für alle zugänglich werden – digital und analog.
Besonders wichtig ist bezahlbarer, barrierefreier Wohnraum. Niemand darf wegen seiner Behinderung ausgegrenzt werden. Barrierefreiheit ist kein Luxus, sondern ein Grundrecht. Als Bürgermeister sorge ich dafür, dass Schermbeck für alle Menschen ein lebenswerter Ort bleibt – baulich und sozial.
Stefan Dürrbaum
Barrierefreiheit ist für mich eine Frage der Wertschätzung und des Zusammenhalts. Mein Ziel ist ein Schermbeck, in dem jeder Mensch gleichberechtigt am öffentlichen Leben teilnehmen kann – sowohl baulich als auch sozial.
Bauliche Barrierefreiheit: Wir müssen öffentliche Gebäude, Wege und Plätze konsequent barrierefrei gestalten. Das bedeutet abgesenkte Bordsteine, taktile Leitsysteme und rollstuhlgerechte Zugänge. Bei Neubauten und Sanierungen ist Barrierefreiheit von Anfang an fest einzuplanen.
Soziale Barrierefreiheit: Ebenso wichtig ist es, die soziale Teilhabe zu fördern:
Bewusstseinsbildung: Ich werde das Bewusstsein für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung durch Kampagnen und Workshops stärken.
Inklusive Angebote: Wir sollten Vereine und Kultureinrichtungen dabei unterstützen, ihre Angebote inklusiver zu gestalten, etwa durch barrierefreie Sportkurse oder leicht verständliche Informationen.
Partizipation: Menschen mit Behinderung müssen als Experten in eigener Sache direkt in Planungsprozesse einbezogen werden. Der Behindertenbeirat soll eine starke Stimme in allen relevanten Entscheidungen haben.
Arbeitsmarkt: Wir müssen faire Chancen für Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt schaffen.
Ich möchte ein Schermbeck, in dem Barrierefreiheit als selbstverständlicher Qualitätsstandard gelebt wird.
Morgen geht es im Teil 17 weiter mit der Frage: Was möchten Sie tun, damit sich alleinstehende ältere Menschen oder Zugezogene stärker als Teil der Dorfgemeinschaft fühlen?
Hinweis der Redaktion: Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach der aktuellen Sitzverteilung im Gemeinderat und entspricht zugleich der späteren Reihenfolge auf dem Stimmzettel gemäß § 32 der Kommunalwahlordnung NRW.























