Welche Rolle messen Sie Fördermitteln von Land, Bund oder EU bei. Vier Kandidaten treten zur Bürgermeisterwahl 2025 in Schermbeck an: Mike Rexforth (CDU), Dieter Michallek (SPD), Stefan Dürrbaum (BfB) und Manuel Schmidt (Die PARTEI).
In dieser Serie beantworten sie 30 identische Fragen – ungekürzt und im Originalton.
Täglich erscheint ein neuer Teil mit ihren Antworten.

Entwicklung und Infrastruktur
Welche Rolle messen Sie Fördermitteln von Land, Bund oder EU bei? In welchen Bereichen möchten Sie gezielt auf externe Finanzierung setzen und wo sehen Sie mögliche Grenzen?
Mike Rexforth
Die Antwort fällt mir naturgemäß leicht, weil ich in den letzten elf Jahren in meiner Funktion als Bürgermeister mehr als 20 Millionen Euro an Fördermitteln eingeworben habe. Nehmen wir nur einmal den Ausbau der Gemeinde mit Glasfaser hin zu einer der telekommunikativ modernsten Kommunen unseres Landes, den Neubau des Lehrschwimmbeckens, die Sanierung des Hallenbades, den Neubau der Sportanlage des SV Schermbeck, die energetische Sanierung der Sportanlage des TuS Gahlen, die Solaranlagen auf den Dächern des Rathauses und der Gesamtschule, die Sanierung der Wirtschaftswege Brüner Weg und Üfter Weg, die Sanierung aller unserer Spielplätze im Ortskern Schermbeck, die Neugestaltungen der Ehrenmale in Gahlen und Altschermbeck, die Entschlammung der Mühlenteiche … und, und, und!
Die Sanierung der Dreifachsporthalle und die Neugestaltung der Mittelstraße werden sicherlich die nächsten großen Förderprojekte werden. Grenzen sehe ich tatsächlich bei der Möglichkeit der Förderung des Neubaus der Grundschule. Leider scheint dies im Land und im Bund aktuell nur stiefmütterlich im Rahmen von Förderprogrammen behandelt zu werden.
Die Antwort liegt auch auf der Hand: Es wurde in den letzten Jahren viel zu wenig in diesen Bereich investiert, der Sanierungsstau im ganzen Land ist enorm. Wenn hier flächendeckend gefördert werden würde, wäre das Land sicherlich am Rande seiner Leistungsfähigkeit angekommen.
Dieter Michallek
Fördermittel sind für Schermbeck unverzichtbar – besonders für Klimaschutz, Digitalisierung und Infrastruktur. Ich will aktiv Bundes- und EU-Programme nutzen. Grenzen sehe ich bei zu starren Vorgaben, die unsere lokalen Bedürfnisse nicht berücksichtigen.
Manuel Schmidt
Fördermittel sind wie Sonderangebote beim Discounter: klingt verlockend, aber wenn man’s auspackt, passt’s oft nicht. Wir nehmen das Geld, wenn’s zu unseren Zielen passt – nicht umgekehrt.
Ich werde sie gezielt für Zukunftsprojekte einsetzen – Schule, Digitalisierung, Klimaschutz, Mobilität.
Aber nicht jede Förderrichtlinie ist sinnvoll: Ich lehne es ab, Projekte nur zu machen, weil es Geld gibt. Am Ende soll die Förderung zu unseren Bedürfnissen passen, nicht umgekehrt. Grenzen sehe ich dort, wo der Eigenanteil die Kommune überfordert oder der Verwaltungsaufwand die Wirkung konterkariert.
Wichtig ist, dass wir mutig prüfen, klug beantragen und flexibel bleiben. Fördermittel sind eine Chance, aber kein Ersatz für eigene Ideen und Verantwortung.
Stefan Dürrbaum
Ich würde Fördermittel gezielt in folgenden Bereichen einsetzen:
Digitale Infrastruktur: Ausbau von Glasfaser und Breitband sowie Smart-City-Anwendungen zur Modernisierung der Verwaltung.
Verkehr und Mobilität: Förderung des ÖPNV, neuer Mobilitätskonzepte wie Rufbusse und Ausbau des Radwegenetzes.
Städte- und Dorfentwicklung: Bekämpfung von Leerständen, Schaffung neuer Treffpunkte und Etablierung von Nahversorgungsstrukturen in den Außenbereichen.
Tourismus und Kultur: Entwicklung von touristischen Attraktionen und Modernisierung von Kulturstätten, um Schermbeck als Reiseziel attraktiver zu machen.
Eine strategische Fördermittelakquise bedeutet für mich, Chancen zu nutzen, aber auch Risiken wie den hohen administrativen Aufwand und die Zweckbindung genau abzuwägen. Mein Ziel ist es, die richtigen Projekte zu finden, die einen langfristigen Mehrwert für Schermbeck schaffen und unsere Gemeinde voranbringen.
Zur besseren Übersicht sind die Antworten thematisch sortiert. Morgen auf Schermbeck-Online Frage 7: Wie möchten Sie Nahversorgung, Mobilität und medizinische Versorgung im ländlichen Raum sichern oder verbessern?
Hinweis der Redaktion: Die Reihenfolge der Antworten richtet sich nach der aktuellen Sitzverteilung im Gemeinderat und entspricht zugleich der späteren Reihenfolge auf dem Stimmzettel gemäß § 32 der Kommunalwahlordnung NRW.























