Wie die Schermbecker Grünen mitteilen, sprechen sie sich entschieden gegen den Bau einer weiteren DK I-Deponie der Firma Nottenkämper in Hünxe aus. Der Entwurf zur Änderung des Flächennutzungsplans liegt seit dem 21. Juli 2025 öffentlich aus. Kritisiert werden fehlender Bedarf, die Nähe zur Wohnbebauung und mögliche Umgehung europäischer Umweltvorgaben.
Öffentlichkeitsbeteiligung in den Sommerferien
Die Firma Nottenkämper plant den Bau einer weiteren DK I-Deponie direkt neben der bestehenden Deponie „Eichenallee“ in Richtung Gahlen. Der Wunsch ist nicht neu – nun aber wird er konkret: Seit dem 21. Juli 2025 liegt die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Gemeinde Hünxe aus.
Stellungnahmen können bis zum 22. August 2025 eingereicht werden. Die Grünen kritisieren, dass diese Phase erneut in die Ferienzeit falle – ein Umstand, der erfahrungsgemäß die Beteiligung der Bevölkerung erschwere.
Rückblick auf frühere Kritikpunkte
In der Vergangenheit sei die Betreiberfirma mehrfach in die Kritik geraten. Insbesondere im Zusammenhang mit dem Ölpellets-Skandal und den Ausführungen des Bochumer Landgerichts sei öffentlich die Zuverlässigkeit infrage gestellt worden. Auch aktuell umfasst die Liste der vorgesehenen Abfallarten wieder verschiedene mineralische Stoffe und Böden.
EU-Vorgaben ab 2030: Recycling statt Deponie
Laut Entwurf soll die neue Deponie ab dem Jahr 2034 befüllt werden. Damit unterliegt sie den Vorgaben der EU-Richtlinie 2018/850. Diese schreibt ab 2030 vor, dass Abfälle mit Recyclingpotenzial – etwa Bauschutt – nicht mehr deponiert werden dürfen. Aus Sicht der Grünen widerspricht eine dauerhafte Einlagerung solcher Materialien der geltenden Abfallhierarchie.
Kritik am geplanten Hafen und möglichem Mülltourismus
Zudem planen die Betreiber einen neuen Hafen, um die Anlieferung der Abfälle per Schiff zu ermöglichen. Dieser sei jedoch aus Sicht der Grünen nicht mit dem Prinzip regionaler Entsorgung vereinbar. Vielmehr bestehe die Gefahr, dass so überregionale oder internationale Abfalltransporte erleichtert würden – sogenannter Mülltourismus.
Wohngebiet Gahlen-Heisterkamp betroffen
Besonders kritisch sehen die Grünen die Nähe zum Wohngebiet Gahlen-Heisterkamp. Zwar sollen im Genehmigungsverfahren Aspekte wie Lärm, Geruch und Staub berücksichtigt werden – die Erfahrungen der letzten Jahre hätten jedoch gezeigt, dass technische Maßnahmen wie Reifenwaschanlagen oder Staubbindung nicht dauerhaft wirksam seien. Viele Anwohner*innen hätten trotz solcher Vorkehrungen weiterhin unter Belastungen gelitten.
Grüne fordern Verzicht auf neue Deponie
Vor dem Hintergrund moderner Möglichkeiten der Abfallvermeidung und -verwertung sei ein konkreter Bedarf für eine weitere DK I-Deponie nicht erkennbar, so die Grünen. Sie fordern daher, auf das Vorhaben zu verzichten – auch im Interesse der Lebensqualität der betroffenen Bevölkerung.























