Große Parade der Altschermbecker Kiliangilde: Neue Fahne und strahlender Thron im Mittelpunkt
Feierlicher Auftakt vor dem Ehrenmal: Mit der offiziellen Übergabe der vierten Fahne, einem glänzenden Königsthron und der Ehrung verdienter Jubelpaare setzte die Kilian Schützengilde Altschermbeck in diesem Jahr emotionale Akzente.

Sicherheitsmaßnahmen in Altschermbeck
Nach der Begrüßung ging Präsident Gregor Zens in seiner Ansprache auf die jüngsten Anschläge ein. Aus diesem Anlass habe er gemeinsam mit der Gemeinde über zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen beraten. Sichtbare Zeichen dafür seien der grüne LKW am Eingang zum Ehrenmal sowie zwei große Betonblöcke mit dem Altschermbecker Wappen an den Zugängen zur Kirmes. Im Anschluss ehrte Zens die anwesenden Jubelpaare.

Königspaar und Thronträger in festlichem Glanz
Im Mittelpunkt des diesjährigen Kiliansfestes standen König Florian Weßel und Königin Kathrin Felisiak mit ihrem Throngefolge: Nina Große-Ruiken und Sven Felisiak sowie Isabell Schwering und Martin Große-Ruiken. Die Gilde präsentierte stolz ihre amtierenden Majestäten – ein Bild voller Eleganz und Freude.

Gleichzeitig ehrte die Gilde mit Hochachtung ihre Jubiläumsköniginnen und -könige:
- 25 Jahre: Benno Nappenfeld und Tanja Zens
- 50 Jahre (Goldkönigin): Anneliese Niermann
- 60 Jahre (Diamantene Königin): Walburga Dahlhaus

Geweiht in St. Ludgerus, übergeben auf dem Platz
Schon am Morgen war sie da, ganz offiziell und ganz feierlich: Die neue vierte Fahne der Altschermbecker Kiliangilde wurde im Gottesdienst von Pfarrer Xavier Muppalla in der St. Ludgerus Kirche gesegnet. Vor der großen Parade durch den Ort folgte dann der symbolische Höhepunkt – die feierliche Übergabe vor dem Ehrenmal.

Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich rund 1200 Schützen zur traditionellen Parade. Die Stimmung: festlich, aber mit der typischen Portion Schermbecker Herzlichkeit.

Dorstens Bürgermeister zeigt Herz für Fahnen und Heimat
Auch Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff war dabei und sprach voller Wertschätzung: „Ich bin gern gekommen, denn es ist mir eine Ehre, bei der heutigen Fahnenweihe dabei sein zu dürfen.“ Warum sich ein Dorstener Bürgermeister für eine Schermbecker Fahne interessiert? Die Antwort: Weil sie sinnbildlich für mehr steht: für Gemeinschaft, Heimat und Zusammenhalt.

„Diese Fahne ist ein Symbol für euren Schützenverein, für eure Schützengilde – und sie steht für Schermbeck“, so Stockhoff. In Erinnerung an die kommunale Neuordnung vor 50 Jahren erinnerte er daran, dass der Emmelkamp einst zu Schermbeck gehörte. „Für die Schermbecker war das ein großer Verlust, aber für uns Dorstener ein großer Gewinn.“ Und weiter: „Als ihr mich gefragt habt, ob ich für die Fahne spenden möchte, habe ich das sehr gerne getan. Denn sie ist auch ein Symbol für die Freude am gemeinsamen Feiern.“

Europahymne als Gänsehautmoment
Ein musikalisches Highlight hob Stockhoff besonders hervor: „Von den Musikkapellen vorab die Europahymne zu hören – das war schon ein sehr starkes Zeichen dieses Zusammenhalts.“
Mit einem Augenzwinkern meldete sich Mike Rexforth zu Wort: „Wir haben gerade an der Theke mit mehreren Leuten versucht, Emmelkamp wieder zurück nach Schermbeck zu holen. Das ist im ersten Anlauf nicht gelungen.“ Sein Wunsch sei familiär geprägt, denn das Elternhaus seines Vaters steht in Rüste.

Fahne steht für mehr als nur Geschichte
Rexforth betonte, wie tief das Heimatgefühl in solchen Momenten spürbar sei. „Wenn wir heute unsere vierte Fahne einweihen, ist das mehr als ein feierlicher Akt, es ist ein Zeichen für die Kraft der Tradition, für Zusammenhalt und Verbundenheit.“

Trotz der Verwaltungsgrenzen bleibe die Verbindung bestehen. „Was macht eine Gemeinde wirklich aus? Nicht die Straßen, nicht die Schilder, es sind die Menschen, unsere Geschichten und die Fahnen, die uns erinnern, wo wir herkommen.“
Von Schützen für Schützen: Fahne aus der Gemeinschaft
Die Finanzierung der neuen Fahne erfolgte bewusst ohne große Sponsoren. Viele Schützen, ehemalige Offiziere, der Musikverein und Freunde der Gilde unterstützten die breit angelegte Spendenaktion.
„Diese Fahne ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Fahne von den Schützen für die Schützen“, erklärt der Vorstand. „Das Offizierskorps hat ganze Arbeit geleistet – die Fahne steht sinnbildlich für unsere Solidarität und unseren Gemeinschaftssinn.“

Altschermbeck in Stoff gewebt
Die neue Fahne widmet sich der Geschichte der einst eigenständigen Gemeinde Altschermbeck in der Herrlichkeit Lembeck. Sie zeigt das Zentrum und die Ortsteile Dorf Altschermbeck, Rüste, Üfte – und auch den Emmelkamp, der heute zu Dorsten gehört.
Dass der Emmelkamp trotzdem seinen Platz auf der Fahne gefunden hat, unterstreicht die verbindende Botschaft hinter dem Entwurf. Eine Fahne als Brücke über Grenzen hinweg, und als Symbol für das, was zusammengehört.




















