Oldtimer am Rathaus: Schermbecker Verein bringt Klassiker auf die Straße. Von Kult bis Klasse: Oldtimer in Schermbeck
Ob knatternder Trabbi, knuffiger VW Käfer oder elegante Limousinen wie Jaguar E-Type und Porsche – beim Oldtimertreffen in Schermbeck war alles vertreten, was Herzen höherschlagen lässt und Motoröl nostalgisch duften lässt. Beim Oldtimertreffen in Schermbeck glänzte nicht nur der Lack – hier ist selbst war das Alter ein echter Publikumsmagnet!

Lebendiger Treffpunkt für Liebhaber
Am Ostersonntag verwandelte sich der Rathausplatz in Schermbeck in einen lebendigen Treffpunkt für Liebhaber klassischer Fahrzeuge. Der Verein Oldtimer Freunde Schermbeck e. V. hatte eingeladen – und zahlreiche Fahrerinnen, Fahrer und Interessierte folgten dem Aufruf. Wo früher das Oldtimertreffen am Lühlerheim stattfand, rollten nun glänzende Karossen, knatternde Motoren und jede Menge Geschichten mitten ins Zentrum der Gemeinde – und sorgten für neugierige Blicke und nette Gespräche.

Treffpunkt mit Herz statt Blech in Reih und Glied
Der Schermbecker Oldtimerverein hatte bewusst den Rathausplatz als neue Bühne gewählt. „Uns geht’s nicht darum, möglichst viele Autos auf einem Fleck zu parken“, betonte Vereinsvorsitzender Sven Schley. „Wir wollen einen Ort schaffen, an dem man sich bei einer Ausfahrt trifft, austauscht und gemeinsam eine gute Zeit hat.“
Das Konzept kam an: Mal fuhren Fahrzeuge wieder ab, mal kamen neue hinzu – ein lockeres Kommen und Gehen. Zur Mittagszeit zählte man rund 50 bis 60 Oldtimer, bis zu 200 sollten es im Laufe des Tages werden. Dazwischen: entspannte Gespräche, freundliches Schulterklopfen, fachliche Tipps.

Fachsimpeln erlaubt – und gewünscht
Zwischen den Fahrzeugen blieb es nicht still. Wo die Motorhauben aufgingen, entwickelten sich schnell lebendige „Benzin-Gespräche“. Besitzer tauschten sich über Vergaser, Originalteile, Lackierungen oder Restaurierungsabenteuer aus – so lebendig, wie es nur unter Menschen mit echter Leidenschaft sein kann. Auch Neugierige ohne Oldtimer kamen auf ihre Kosten: Wer fragte, bekam Antworten – mit einem Lächeln und oft einer Anekdote obendrauf.

Nur echte Klassiker zugelassen
Auf dem Platz durften nur echte Oldtimer parken – sprich: Fahrzeuge mit mindestens 30 Jahren auf dem Tacho. Youngtimer? Fehlanzeige. „Wir sind ein Oldtimer-Verein – und genau das wollen wir auch zeigen“, erklärte Schley. „Natürlich wissen wir, dass Youngtimer irgendwann selbst Oldtimer werden. Aber heute geht’s um die Klassiker, die wirklich schon Geschichte geschrieben haben.“
Brötchengeber mit Biss: Cobra von 1968 sorgt für Aufsehen
Zwischen all den Klassikern sticht sie sofort ins Auge: die knallrote Cobra von Dieter Hassdenteufel – ein echtes Kraftpaket mit Geschichte. „Ich habe den Wagen vor 25 Jahren in Kapstadt gekauft“, erzählt er. Und dann folgt der Satz, der alle Ohren spitzt: „Vorher hat McDonald’s ihn gefahren – der Brötchengeber schlechthin.“

Was unter der Haube steckt? Eine 5,7-Liter-Chevy-Maschine mit satten 400 PS. Das Baujahr: 1968. Der Sound? Unverkennbar. „Wenn ich gemütlich mit 120 km/h cruise, liege ich bei rund 12 bis 13 Litern. Aber ab 200 geht’s hoch auf 18 Liter – da ist der Tank schnell leer“, lacht Hassdenteufel. Die Spitze liegt bei 260 km/h – theoretisch. Praktisch fährt er die Cobra nur bei schönem Wetter aus. Und dann wird nicht gerast, sondern genossen.
Ein Blickfang mit Geschichte – und jede Menge Gesprächsstoff unter der Haube.

Wenn Erfahrung zählt – bei Mensch und Maschine
Neben den glänzenden Fahrzeugen sorgte auch ein Vereinsmitglied für besondere Aufmerksamkeit: Dieter Hassdenteufel, der älteste im Club. Mit seiner ruhigen Art, viel Wissen und noch mehr Herzblut gehört er längst zur Legende auf vier Rädern.
„Manche Autos haben mehr Persönlichkeit als ein Fahranfänger“, meinte ein Besucher lachend – und traf damit genau den Geist des Treffens: gelebte Leidenschaft, geteilte Geschichten und Respekt für Menschen und Maschinen mit Charakter.
Ausblick: Oldtimer an der Zeche
Wer das Schermbecker Treffen verpasst hat, kann sich den nächsten Termin schon vormerken: Am Samstag, 28. September 2025, rollen die Klassiker zum nächsten großen Event – diesmal zur Zeche Fürst Leopold in Dorsten.
Unter dem Titel „Oldtimer an der Zeche“ lädt der Verein erneut zum offenen Austausch ein. „Das Gelände bietet genau die Atmosphäre, die zu unseren Fahrzeugen passt“, sagt Schley. Und wer gerne schaut, staunt oder einfach nur einen guten Kaffee neben schöner Technik genießt – sei herzlich willkommen.























