Bei der Kilian-Schützengilde Altschermbeck laufen die Vorbereitungen für das Schützenfest 2024 auf Hochtouren. Wenn sich die 24 Offiziere der Kilangilde Altschermbeck sechs Wochen vor dem großen Schützenfest zum traditionellen Säbelputzen treffen, liegt in der Luft nicht nur der Geruch von Politur, sondern auch der Hauch von Tradition.
Der Countdown läuft. Kilian steht vor der Tür. Vom 13. bis 15. Juli 2024 dreht sich in Schermbeck alles nur noch um ein Thema: das Schützenfest.

Säbelputzen und Krawattenbinden
Im Garten von Oberleutnant Tim Große-Ruiken geht es an diesem Abend um das äußere Erscheinungsbild der Offiziere. Säbelputzen und Krawattenbinden ist angesagt, eine Ehre unter den 24 Offizieren. Damit die Säbel in der Sonne glänzen, wurden sie aus dem Winterschlaf geholt und auf Hochglanz poliert. Das Säbelputzen ging den Jungs leicht von der Hand. Mit der richtigen Politur und den richtigen Tüchern ging es fast wie von selbst. Jeder Griff, jede Klinge wurde akribisch gereinigt, bis sie selbst im Mondlicht funkelten.
Die Herausforderung des Krawattenbindens
Doch nicht nur die Waffen müssen glänzen. René Fasselt ist seit diesem Jahr der neue Vogelträger im Offizierskorps. Auch er musste lernen, wie ein guter Altschermbecker Kilianer seine Krawatte richtig bindet. Hauptmann Christoph Timmermann war an diesem Abend sein Lehrmeister in dieser Angelegenheit. Schritt für Schritt, links herum, rechts herum, wird ihm das richtige Binden gezeigt. Lachen ist dabei vorprogrammiert, denn die Anweisung sorgte für einige verwirrte Blicke und schmunzelnde Gesichter, bis nach einigen Versuchen der Knoten endlich richtig saß.

Eine eingeschworene Gemeinschaft
Die Altschermbecker Offiziere sind eine eingeschworene Gemeinschaft, die sich von Kindesbeinen an kennt. Bereits in der dritten Amtsperiode feiern sie gemeinsam Schützenfest. Wir wollten wissen, was diese Gemeinschaft so besonders macht und warum die meisten ihrem Verein über viele Jahre treu bleiben.
„Wir sind alle als Altschermbecker Jungs mit dem Schützenfest aufgewachsen. Schon unsere Väter waren im Verein und wir haben das Schützenfest quasi in den Genen“, erklärt Schlebusch. Besonders wichtig sind ihnen Ordnung und Erscheinungsbild, wie Schlebusch betont: „Wir sind ein Team. Wenn wir aufstehen oder bei der Schützenmesse stehen, achten wir darauf, dass alles ordentlich sitzt, kein Fleck auf der Krawatte ist und die Uniformjacke keine Falten wirft“.

Vorbereitungen für das Fest und die neue Fahne
Was steht bei den Offizieren als nächstes an? Der Fokus liegt dieses Jahr natürlich auf dem Fest mit Vogelschießen, Party und Paraden. Doch es laufen auch schon die Vorbereitungen für eine neue, vierte Schützenfestfahne, die im nächsten Jahr offiziell geweiht werden soll. Diese Fahne wird ein Logo des Schützenvereins der Emmepkämper tragen.
„Von den Schützen – für die Schützen“
Bis dahin müssen allerdings noch einige Kosten gedeckt werden. Die Offiziere handeln nach dem Motto „Von den Schützen – für die Schützen“. Dazu gehört auch das Maienschlagen und der Verkauf der Birkenzweige, der als nächster Termin bei den Offizieren ansteht.
Nach all den ersten Vorbereitungen der Offiziere sieht es gut aus und das Schützenfest verspricht wieder ein besonderes Ereignis in Schermbeck zu werden. Nur das Wetter bleibt die große Unbekannte – aber auch wenn es Katzen und Hunde regnet, die Altschermbecker lassen sich den Spaß nicht verderben!

Geschichte von Emmelkamp und Altschermbeck im Kreis Recklinghausen
1816 kam das Gebiet Emmelkamp zusammen mit Altschermbeck zum Kreis Recklinghausen. 1839 erfolgte die Aufteilung der 240 Hektar großen Emmelkämper Mark. Im Jahr 1975 wurde die Altschermbecker Bauerschaft Emmelkamp, die heute zu Dorsten-Holsterhausen gehört, eingemeindet.
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts nahmen die Kontakte zu anderen Schützenbruderschaften in der Umgebung zu. So nahm die Schützenbruderschaft Dorsten (heute Altstadtschützen) unter der Führung des Franziskanerpaters Augustinus im Jahr 1847 am Holsterhausener Schützenfest teil. 1851 war die Schützengilde Altschermbeck unter der Führung von Pfarrer Reininghaus Gast bei den Holsterhausenern. Bei den Schützenfesten 1873 wurde auf Zugochsen geritten, was sicherlich für Gelächter sorgte.
Quelle: www.dorsten-lexikon.de























